Seit dem Besuch des Vorkurses 1989/1990 an der Kunstgewerbe-schule Zürich arbeitet Theres Liechti als freischaffende Künstlerin in Winterthur. Von 2002 bis 2007 folgte ein Studium der Vermittlung/ Gestaltung und Kunst an der ZHdK. Theres Liechtis Werk ist häufig und vielfältig bei Ausstellungen vertreten, zuletzt an der grossangelegten Gruppenausstellung der Künstlergruppe in der Villa Flora 2016 oder an der von ihr co-kuratierten Ausstellung im Neuwiesenhof Winterthur im Jahr 2015. 

Theres Liechti arbeitet in verschiedenen Medien und ihr umfangreicher Werkkorpus umfasst Zeichnung, Malerei, Objektkunst, Fotografie und Animationsfilme. Die Zeichnung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr gesamtes Werk. In den früheren Zeichnungen stand häufig das Körperliche im Vordergrund, vermeintliche Tabuthemen wie Sexualität und Geburt wurden direkt, aber stets mit Fingerspitzengefühl aufgegriffen. Heute wendet sie sich in ihren Zeichnungen, die nicht nur auf klassischen Bildträgern, sondern auch auf Tapetenresten etc. ausgeführt werden, vermehrt der Tierwelt zu.

Vor einigen Jahren begann Theres Liechti Animationsfilme zu entwickeln. Heute nehmen die Filme einen grossen Teil ihres Œuvres ein. Für die Filme wendet sie das sogenannte Stop Motion Verfahren an. Bei dieser traditionellen Animationsfilmtechnik werden einzelne Fotografien aneinandergereiht, so dass die Illusion entsteht, als ob sich das gezeigte Objekt bewegen würde. Im Prinzip entspricht dies einem Daumenkino, das in einen Film übersetzt wird. Ein typisches Erkennungsmerkmal der Filme von Theres Liechti ist, dass sie bewusst ruckartig, zeitverzögert und handgemacht wirken. Dieser Effekt wird durch den bewussten Einsatz von relativ wenigen Bildern pro Sekunde erreicht. Die Filme zeichnen sich zudem durch einen häufig skurrilen Erzählstrang aus.

Für Theres Liechti sind Alltagsbeobachtungen die wichtigsten Inspirationsquellen. Sie spürt die subtilen Zwischentöne auf, greift den Zauber, aber auch die Absurditäten, des Alltäglichen auf. 

Text: Katja Baumhoff, Kunst im Superblock, 2016